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Das Wort Placebo (auch sympathische Magie , zur Unterscheidung von einem Verum-Mittel mit Wirksamkeitsnachweis) ist lateinischen Ursprungs und bedeutet: ich werde gefallen . Im Mittelalter bezeichnete dieses Wort den Namen einer Totenvesper, weil deren antiphone Antwort damit begann. Diese wiederum geht auf Psalm 116, Vers 9 zurück: "Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebenden", woraus "Ich werde wandeln" und irrtümlich "Ich werde gefallen" wurde.
Ab und zu gibt es Bücher, da weiß man schon daß sie hervorragend sein werden, bevor man sie das erste mal aufschlägt. Dazu gehört Die Wissenschaftslüge: Wie uns Pseudo-Wissenschaftler das Leben schwer machen von Ben Goldacre . Goldacre werden die meisten als Kolumnisten des Guardian kennen bzw. von seinem Blog Bad Science . So war auch der Titel seines Buches das er 2008 veröffentlicht hat. Wer Goldacres Blog kennt, der kann sich wahrscheinlich denken, wovon das Buch handeln wird.
Manchmal passieren Sachen, bei denen man sich nur mehr wundern kann. Zur Zeit wird überall im Internet; bei Twitter und via Facebook oder per Email dazu aufgerufen, doch schnell und auf jeden Fall eine e-Petition zu unterzeichnen . Denn die böse EU plant gemeinsam mit der noch viel böseren Pharmaindustrie Schlimmes: ab April nächsten Jahres werden Heilpflanzen in der EU verboten werden. Was sich nicht patentieren lässt und womit die Pharmaindustrie deswegen kein Geld verdienen kann, darf nicht existieren und deswegen werden Heilpflanzen und Kräuter - ja, auch die, die einfach so in der Natur wachsen - illegalisiert.
Der indische "Wunderyogi" Prahlad Jani, der angeblich seit 70 Jahren nichts isst und trinkt, und der in P. A. Straubingers Film Am Anfang war das Licht als lebender Beweis für die Realität des Phänomens Lichtnahrung dienen soll, hat beim Test 2003 versagt. Das haben wir an dieser Stelle bereits ausführlich argumentiert : Jani hat innerhalb von 10 Tagen 4 kg an Gewicht verloren - und das bei einem Ausgangsgewicht von 42 kg. Was P.A.
Es ist eine bekannte Strategie der Anhänger obskurer Weltanschauungen, ihre Rednerkistchen möglichst an Orten aufzustellen, die ihnen – meist unfreiwillig – so etwas wie Reputation verleihen. Da wird an einer Universität, ´ner Volkshochschule oder eben, wie hier in Berlin, im Bildungszentrum einer Diakonie ein Räumchen angemietet, und auf dem Veranstaltungsflyer sieht das hinterher so aus, als sei die jeweilige Institution mal wenigstens Mitveranstalter. Hans Tolzin , einer der ganz großen Desinformatoren der alternativen Szene, Impfkritiker, Hamer-Anhänger, selbsternannter Journalist, medizinischer Laie und, bevor ich es vergesse, Molkereifachmann, der mit absurden Vorträgen über die ganz besonderen Gefahren des Impfens am liebsten junge Eltern verunsichert , hatte allerdings jetzt Pech mit dieser Strategie.