background preloader

DIGITALISIERUNG DES LEBENS

Facebook Twitter

Und jetzt: Handy aus! - Wissen. Tipps von den Psychologen Leonard Reinecke und Christian Montag für einen maßvollen Umgang mit Smartphones: Prioritäten setzen: Per Smartphone ständig und überall ins Internet gehen zu können macht uns flexibler, erhöht aber auch die Gefahr für Konflikte bei anderen Aktivitäten, etwa in Konzentrationsphasen oder beim romantischen Abendessen. Entscheiden Sie sich daher gegen das Smartphone, wenn es Dingen im Wege steht, die Ihnen sehr wichtig sind. Freiräume schaffen: Wir alle brauchen Ruhe, um uns von den Strapazen des Tages zu erholen. Die Terminerinnerung in der Mittagspause oder die Mail des Kollegen nach Feierabend machen es allerdings schwer abzuschalten. Legen Sie kommunikationsfreie Zeiten fest, in denen Sie es sich erlauben, für niemanden erreichbar zu sein. Eine Uhr tragen: Viele Menschen nutzen ihr Smartphone als Uhr.

. © Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten. Nicht ohne mein Smartphone! - Wissen. Seinen Beitrag auf dem Online-Portal „gutefrage.net“ hatte Nutzer Paul zwar mit einem Smiley versehen, trotzdem war er offenbar ziemlich sauer. Seine Freundin sei tagsüber „andauernd online“, zumindest zeige dies ihre Statusmeldung von WhatsApp (zuletzt online um...), die sich immer wieder verändere. Seine Liebste beteuere zwar, das Programm nur selten zu nutzen, schreibt Paul, dennoch sei er inzwischen misstrauisch und komme sich etwas „vera...scht“ vor. Ob es an der Technik liege? Es sei unwahrscheinlich, dass „die App spinnt“, antwortete etwa Nutzer ZandoM und riet Paul, sich „ganz genau zu erkundigen“.

Nach einer weiteren Antwort enden die Beiträge, deshalb ist nicht überliefert, ob Paul schließlich doch wieder Vertrauen schöpfte oder ob die Beziehung zu seiner Freundin in die Brüche ging. Zwar erfreut sich der Kurznachrichtendienst enormer Beliebtheit: 430 Millionen Menschen – 30 Millionen davon in Deutschland – nutzen WhatsApp nach Angaben des Herstellers. Video: Wenn die Arbeit mit in Urlaub geht. Immer online, machen Smartphones dumm und krank? (Video) Wie das Smartphone uns die Zeit klaut | ZEIT Campus. Warum hängen wir ständig am Handy? Weil wir uns selbst nicht mehr aushalten, sagt Forscher Marc Wittmann und erklärt, wie das Smartphone unser Zeitgefühl verändert. Fünf Menschen steigen in den Bus, setzen sich, holen wie einstudiert ihre Smartphones raus und starren auf die Displays, bis sie wieder aussteigen. Solche Situationen beobachte er täglich, sagt Marc Wittmann.

Er ist Psychologe und Humanbiologe und erforscht am Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie, wie wir die Zeit wahrnehmen. Was unser Smartphone damit zu tun hat, erzählt er im Interview. ZEIT Campus ONLINE: Herr Wittmann, sobald wir kurz auf den Bus warten müssen, holen wir unser Smartphone raus. Marc Wittmann: Wir erleben uns selbst nicht mehr. ZEIT Campus ONLINE: Warum machen wir das? Wittmann: Weil wir uns nicht langweilen wollen. ZEIT Campus ONLINE: Oder wollen wir einfach nicht unbeschäftigt wirken? Wittmann: Ich glaube, das ist ein anderes Argument. ZEIT Campus ONLINE: Ist das denn so schlimm? Restaurant: Handy aus, und das Essen kostet die Hälfte. „Ja, nee klar, machen wir, das geht ab, jo, tschüssi! “ Diese lauten, oft sinnlos langen Telefonate, die man in Restaurants oft mit anhören muss, sind Gift für die Tischkultur, für die Amtosphäre eines gepflegten Essens.

Findet jedenfalls ein Restaurantbesitzer in einem arabischen Dorf bei Jerusalem – und tut auch was dagegen. Er gibt allen Gästen, die ihr Handy in seinem Laden abschalten, 50 Prozent Rabatt. Gastwirt Dschaudat Ibrahim hofft, dass künftig wieder Geselligkeit, Gespräche und Genuss im Mittelpunkt stehen. „Ich verändere etwas“, sagt der 49-Jährige. Lokal nach Lottogewinn eröffnet Auch früher seien Handygespräche am Tisch geführt worden, sagt der Gastwirt, doch seit dem Siegeszug der Smartphones sei es schlimmer geworden. Ibrahim kann es sich leisten, Rabatt zu geben: In den 80er-Jahren lebte er in den USA, dort gewann er 23 Millionen Dollar (rund 17 Millionen Euro) in der Lotterie. 1993 eröffnete er mit einem Teil des Geldes sein Restaurant in seiner Heimat Israel. Frankreichs Köche kämpfen gegen Food-Porn.