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» DD256: Agile Erziehung oder The Agile Education Manifesto (Januar 2016) DD256: Agile Erziehung oder The Agile Education Manifesto (Januar 2016) Agil muss heute alles sein! Wenn Sie in der IT arbeiten, kennen Sie ja den ganzen Rummel, der immer höhere Wellen schlägt. Im Jahre 2001 schlugen Software-Entwickler das heute weltbekannte „Agile Manifesto“ an die Wand – wie Luther seine Thesen. Viele unterzeichneten das Manifest und in der Folge entstanden neue Softwareentwicklungsmethoden, die nicht mehr so starr und unbeweglich waren, dass man oft denken konnte, die Projektentwicklungsdokumentation wäre wichtiger als das Ergebnis des Projektes selbst.

Das will die agile Mission eben nicht – bitte andersherum! Manifest für Agile Softwareentwicklung Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt: Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation Ich schlage für 2016 an die Wand:

» DD254: Weckschrei Digitalisierung – Todesmarke zehn Prozent (Dezember 2015) DD254: Weckschrei Digitalisierung – Todesmarke zehn Prozent (Dezember 2015) Raten Sie einmal, welches Wort im Jahre 2015 am meisten so sehr deutlich ausgesprochen wird. Es heißt – Sie raten es vielleicht nicht von selbst, obwohl Sie es dauernd hören – DIGITALISIERUNG. Dieses Wort verwenden die Analogen jetzt so oft, weil sie das Digitale seit einigen Monaten irgendwie ernst nehmen. Sie befürchten jetzt wirklich, dass es praktische Konsequenzen in ihrem Leben haben könnte. Immer noch kursieren herbeigedichtete Beruhigungszahlen.

„Wisst ihr, wie viel Prozent des Einzelhandels im Internet stattfindet? Bei sehr vielen bis allen Innovationen ist der Goldene Moment gekommen, wenn der erste Interessent fragt, ob er das Neue schon zu dem in der Bildzeitung avisierten Preis kaufen und wann genau er es haben könne. Irgendwann ist das Neue der „Pure Player“ bei zehn Prozent Markanteil. Dann stirbt das Alte! Simple Mathematik. Hilfe!!! Digitalisierung! Weckschrei! » DD246: Dispathie – Unterschiedliche Wahrnehmungsweisen (August 2015) DD246: Dispathie – Unterschiedliche Wahrnehmungsweisen (August 2015) Wir sind von Dispathen umgeben und wahrscheinlich in vieler Hinsicht selbst einer. Gibt es das Wort Dispathie schon? Im Duden nicht. Manche sagen, es bedeute „Unterschiedlichkeit der Empfindungsweise“.

Na, da macht es sich die NLP zu einfach. Die Kontroverse um Hoeneß ist eine der Wahrnehmungsebenen „Gerechtigkeit“ versus „Barmherzigkeit“, vielleicht zwischen Kaiser und Gott. Noch ein Beispiel: Ex-Bundespräsident Wulff hat vor dem Gesetz („Gerechtigkeit“) eine weiße Weste. Viele von uns nehmen alles nur durch eine Spezialbrille mit Filtern wahr. Zwischen „Sicherheit“ und „Innovation“ ist ein tiefer Wahrnehmungsgraben, also zwischen den mehr zwanghaften und hysterischen Menschen. Diese Gräben zwischen den polaren Gegensätzen spalten die Menschen jedes Mal. Gehen Sie in sich: Ist es überhaupt theoretisch denkbar, dass alle Menschen jemals gleichzeitig auf der einen Seite des Grabens wären?

» DD240: Die Effizienz-Singularität (Mai 2015) DD240: Die Effizienz-Singularität (Mai 2015) Die Zukunftsforscher spekulieren seit längerer Zeit über die so genannte technologische Singularität. Sie stellen sich vor, dass Computer bald so sehr schlau werden, dass sie sich selbst neu weiterentwickeln. Sie warten dann nicht mehr auf menschliche Programmierer, sondern sie entwickeln ihre Programme selbstständig weiter. Da wir die Computer vorher so programmieren, dass sie sich schneller selbst programmieren können als wir es vermögen – ach, das ist eigentlich klar, dass sie schneller sein werden – so wird sich die Weiterentwicklung der Computer so affenartig beschleunigen, dass wir dann im Vergleich zu den Computern so aussehen wie der Mensch zum Affen. Über dieses Thema kann man kaum vernünftig diskutieren, es kommt ja geradlinig auf uns zu.

Also: Werden die Computer echt bald schlauer sein als wir? In dem Augenblick, in dem der Computer damit Erfolg gehabt hat, sage ich: Jetzt ist der Zeitpunkt der Effizienz-Singularität eingetreten. » DD226: Neulandscham, bewusst nackte Kaiser und SABTA (Oktober 2014) DD226: Neulandscham, bewusst nackte Kaiser und SABTA (Oktober 2014) Ein lieber weiblicher Mensch träumt davon, einmal beim Wiener Opernball oder beim Neujahrskonzert dabei zu sein.

Da stelle ich mir vor, ihm eine Karte zu schenken, und ich weiß, wie er reagieren wird: „Was ziehe ich da an? “ Es ist die würgend beklemmende Neulandscham, wenn man Bedenken hat, sich auf noch ganz unbekanntes Parkett „zu wagen“. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Internet als Neuland bezeichnet – und „wir Internet-Ureinwohner“ haben Häme über sie ausgegossen, aber nicht so schrecklich viel.

Es war nämlich (so empfand ich es selbst) ein bisschen Scham in ihrer Stimme dabei, ein Wissen darum, dass das Internet eigentlich nicht neues Parkett sein sollte. Wie geht es Ihnen, wenn Sie so etwas hören (müssen)? Es gibt diese schöne Abkürzung SABTA: „Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit“. In der letzten Woche wurde der neue EU-Kommissar „für Internet“, Günther Oettinger, zum Internet befragt. » DD222: Angstblüte vor dem Burnout, August 2014.

DD222: Angstblüte vor dem Burnout, August 2014 „Angstblüte, so nennt man das letzte, vielleicht verzweifelte, oft prachtvolle Aufblühen eines alten Baumes, bevor er abstirbt.“ So beginnt eine Besprechung des Romans Angstblüte von Martin Walser. Bei Amazon heißt es zum Buch: „Angstblüte nennt sich, was die Natur bedrohten Gewächsen mitgegeben hat. Naht der Tod, steigen noch einmal die Lebenssäfte, der schönste Schein wird produziert.“ Ich habe das in unserem Garten erlebt. Hier in Waldhilsbach grassiert ein Baumpilz. Da kommen mir fast Worte wie die eines Pfarrers in den Sinn. Sie merken es ja selbst: Die Blätter sind ein Zeichen des Lebens, die Früchte sind der Ertrag des Lebens, aber nicht das Leben selbst – das Leben ist grün. Manchmal trauere ich beim Anblick von Menschen, die viel Leistung zeigen und dabei rot glühen, aber sie haben nur noch kleine Blätter. Der Burnout ist aus dieser Perspektive oft schon zu sehen.

Wie mag sich das von innen anfühlen? » DD212 Unnötige Angst des Schüchternen vor dem Alphatier (März 2014) DD212: Unnötige Angst des Schüchternen vor dem Alphatier (März 2014) Als Jugendlicher war ich sehr, sehr schüchtern. Ich wurde Mathematiker und traf an der Uni Göttingen viele andere derselben Sorte. Erst als ich zur IBM wechselte, wurde es etwas lebhafter – aber alles spielte sich ja noch im Wissenschaftszentrum ab. Das wirkliche Leben lernte ich erst spät kennen. Nach drei Jahren in der IBM Forschung wurde ich zu einem Assessment Center geschickt, wo meine Managementtauglichkeit festgestellt werden sollte.

Viele hatten mich gewarnt – ich würde untergehen, weil die Kandidaten aus den Bereichen des Vertriebs und des Services mich an die Wand reden würden. Gut, das Assessment begann. Sie sagten, sie würden es mir zugute halten, im Laufe meines Lebens (damals hatte ich schon fünfzehn Berufsjahre in der Wissenschaft hinter mir) nur einigermaßen vernünftige Menschen getroffen zu haben, und zwar solche, die rational wären, aber nie cholerisch und nie auf Macht oder Geld aus. » DD216: Geht nicht, gibt’s nicht – jedenfalls nicht bei den Leuten unter mir! (Mai 2014) Geht nicht, gibt’s nicht – jedenfalls nicht bei den Leuten unter mir! (DD216, Mai 2014) Besonders so ganz schneidige Manager, die Wirtschaft im Sonnenstudio gelernt zu haben scheinen, erklären aus dem sicheren Schutz ihres Maßanzuges heraus: „Geht nicht, gibt’s nicht.“ Sie setzen stolz hinzu: „Bei mir nicht.“ Sie erklären sich zu glühenden Bewunderern von „Nichts ist unmöglich“ und bewerben sich sofort, wenn es eine Titanenaufgabe zu erledigen gilt.

Albert Einstein sprach dereinst: „Alles Denkbare ist machbar.“ Aber er meinte doch nicht das naiv Wünschbare oder prinzipiell Erträumbare? Ich bin sicher: Er wird da falsch ausgelegt, wenn es wieder einmal heißt: „‚Geht nicht‘ gehört einfach nicht in unseren Wortschatz, bitte.“ Damit ist wohl gemeint, dass die Mitarbeiter jedes Unternehmens das Guinness-Buch der Rekorde auswendig lernen sollten, damit sie ein erstes Gefühl dafür bekommen, was herkulesgleiche Menschen schaffen können, wenn sie sich nur ein bisschen bemühen.